Neues vom Friedhof

Die Friedhofstoilette ist saniert!

Er ist ein Ort der Stille, und nun hat er wieder ein stilles Örtchen. Auf dem Waldfriedhof ist seit kurzem die Toilette im Wirtschaftsgebäude neu eröffnet - saniert, öffentlich, komplett umgebaut, modernisiert und behindertengerecht. Und man darf mit Fug und Recht sagen, schöner als je zuvor.
Der Vorstand der evangelischen Kirchgemeinde hatte schon vor zwei Jahren begonnen, über ein besseres Angebot für die Friedhofsbesucher nachzudenken. „In der näheren Umgebung gibt es ja sonst auch nichts“, erklärt Vorstandsvorsitzende Antje Nicklaus. Zudem waren die vorhandenen Einrichtungen ziemlich verschlissen. Aus den Überlegungen ging rasch die Idee hervor, den alten Bereich völlig umzugestalten. Architekt Jürgen Schlabitz schlug vor, aus den zwei getrennten Toiletten für Damen und Herren eine geräumigere, große Unisex-Einrichtung zu machen - dann würde man auch Platz für den behindertengerechten Umbau haben, groß genug für Rollstuhlfahrer und für einen Wickeltisch.
Das überzeugte den Vorstand. Zudem gab es ein Programm der Landesregierung für „Barrierefreies Bauen“. Daraus ließen sich für die Friedhofspläne 25.000 Euro Fördermittel abzweigen. Das reichte zwar nicht ganz für die Baumaßnahme, die Gemeinde musste aber nur noch einen überschaubaren Anteil aufstocken. Die Arbeiten begannen noch im Dezember 2019, das sicherte die Fördermittel vom Freistaat. Sieben Firmen aus Dresden und der Region führten die Bauarbeiten aus. Für die Abbruch-, Maurer- und Trockenarbeiten war die Firma Bau-Team Wachau zuständig, die Installationsarbeiten oblagen Ingenieur Jörg Hartmann, der Maler war Uwe Schindler, der Elektriker Thomas Berndt, alle aus Dresden. Die Firma Jens Göpfert aus Dippoldiswalde brachte die Fliesen an, aus Stolpen kam die Tischlerei Nöpel, aus Ullersdorf der Boden- und Parkettlegermeister Dieter Küpper. Friedhofsbesuchern stand während der Bauzeit die Diensttoilette der Bediensteten zur Verfügung - die Vorstandsvorsitzende lobt ausdrücklich, dass die Mitarbeiter das Vorhaben total unterstützten.
Zu bedenken war bei der Planung auch, dass das gesamte Friedhofsareal denkmalgeschützt ist; das gilt allerdings nicht für das Innere des Wirtschaftsgebäudes, das um 1989/90 errichtet wurde. Deshalb konnte hier unbedenklich umgestaltet werden. Zu der neuen Toilette führt nun statt Stufen eine Rampe. Der behindertengerechte Umbau unterlag strengen Vorschriften, die in der DIN 18040-1 für öffentlich zugängliche Gebäude detailliert festgelegt sind. An der Beantragung und Umsetzung war auch Ingenieur Peter Herrmann beteiligt, unter dessen Federführung schon die grundlegende Sanierung und Umgestaltung der Kirche in den Jahren von 2012 bis 2014 erfolgreich bewältigt worden war.
Nun ist die neue Toilette auf dem Waldfriedhof täglich, auch an Wochenenden, zugänglich - nur in den Nachtstunden ist sie durch ein elektronisches Schloss gesichert. Eine Gebühr wird nicht erhoben, für eine Spende indes soll ein geeignetes Behältnis aufgestellt werden.
Im Auftrag des Kirchenvorstandes - Bernd Hempelmann